Stiftung Warentest: Rote Karte für 4 WM-Stadien

Rote Karte für vier WM-Stadien
Die Studie sorgte schon vor ihrer Veröffentlichung für große Diskussionen, Franz Beckenbauer warf der Stiftung Warentest sogar "Besserwisserei" vor. Nun hat das Institut die umstrittenen Testergebnisse veröffentlicht. Demnach weisen vier WM-Stadien erhebliche Mängel auf.
Hamburg - Untersucht wurden laut Stiftung Warentest die baulichen Sicherheitsstandards, Brandschutzeinrichtungen, Evakuierungsbedingungen und Fluchtmöglichkeiten. Grundlage sei dabei nicht die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen und Verordnungen gewesen, sondern der "heutige Stand von Wissenschaft und Technik", so die Stiftung in ihrer heute vorgestellten Studie.
Darin kommt das Institut zum Ergebnis, dass vier der zwölf WM-Stadien "erhebliche Mängel" aufweisen. Betroffen sind das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, die Veltins-Arena in Gelsenkirchen, das Leipziger Zentralstadion sowie das Olympiastadion in Berlin, wo am 9. Juli auch das WM-Finale stattfinden wird. Hier kritisiert das Institut vor allem, dass es "fast keine Fluchtmöglichkeiten auf das Spielfeld" gebe. "Um Spielfläche und Tartanbahn klafft ein fast drei Meter tiefer unüberwindbarer Graben". Bemängelt werden zudem "lange Abgänge im Oberrang" sowie "teilweise ungünstige Fluchtwegführungen von den Logen".
Peter von Löbbecke, Geschäftsführer des Olympiastadions, kritisierte die Stiftung Warentest nach der Veröffentlichung. Im TV-Sender "n-tv" warf den Testern Kommunikationsfehler vor. "Wenn wir die Studie schon vorher zu Gesicht bekommen hätten, würden wir jetzt nicht diskutieren", so Löbbecke. Der Stadionchef schloss sich zudem der Kritik von Franz Beckenbauer an, die dieser zuvor am Gebaren der Stiftung geäußert hatte. "Es gibt nur einen Weltmeister, und das ist die Nörgelei", erklärte Löbbecke.
Auch im Leipziger Zentralstadion könnten sich die Zuschauer kaum auf das Feld Spielfeld retten. "Sie müssten dafür eine 90 Zentimeter hohe Betonmauer überklettern und dann 3,40 Meter tief springen". Den Betreibern der Veltins-Arena rät das Institut, bis zur WM die Lücke zwischen der ausfahrbaren Rasenschublade und der unteren Rangabgrenzung zu schließen.
"Deutliche Mängel" wurden laut Stiftung Warentest im Gottlieb-Daimler-Stadion Stuttgart, im in "Signal Iduna Park" umbenannten Dortmunder Westfalenstadion, in der AOL-Arena Hamburg sowie in der Commerzbank-Arena Frankfurt festgestellt. Gute Noten wurden der Allianz Arena München, dem Rhein-Energie-Stadion Köln, der AWD-Arena Hannover und dem Frankenstadion Nürnberg gegeben. Hier stellte die Stiftung nur "geringe Mängel" fest. In der Allianz-Arena seien dies vor allem die "sehr niedrigen Brüstungen auf dem mittleren Rang". Aber: "Dass es baulich möglich ist, Staudruckrisiken zu reduzieren", würden diese Stadien zeigen.
Die Stiftung Warentest wies zugleich darauf hin, dass alle Kritikpunkte bis zum Beginn der WM (9. Juni) abgestellt werden könnten. Jedoch wehrte sich das Institut dagegen, wenig Zeit für seine Tests aufgewendet zu haben. Die Untersuchungen hätten jeweils "sechs bis acht Stunden" gedauert, erklärte Holger Brackemann, Abteilungsleiter Produkttests bei der Stiftung. Einen Seitenhieb auf das WM-OK konnten sich die Verantwortlichen in der Studie ebenfalls nicht verkneifen. Bei der Sicherheit habe das Organisationskomitee offenbar "nicht das Bestmögliche" getan". Das OK will in einer Pressekonferenz auf die Ergebnisse reagieren. Beginn ist 13 Uhr.
spiegel-online.de
Die Studie sorgte schon vor ihrer Veröffentlichung für große Diskussionen, Franz Beckenbauer warf der Stiftung Warentest sogar "Besserwisserei" vor. Nun hat das Institut die umstrittenen Testergebnisse veröffentlicht. Demnach weisen vier WM-Stadien erhebliche Mängel auf.
Hamburg - Untersucht wurden laut Stiftung Warentest die baulichen Sicherheitsstandards, Brandschutzeinrichtungen, Evakuierungsbedingungen und Fluchtmöglichkeiten. Grundlage sei dabei nicht die Erfüllung der gesetzlichen Auflagen und Verordnungen gewesen, sondern der "heutige Stand von Wissenschaft und Technik", so die Stiftung in ihrer heute vorgestellten Studie.
Darin kommt das Institut zum Ergebnis, dass vier der zwölf WM-Stadien "erhebliche Mängel" aufweisen. Betroffen sind das Fritz-Walter-Stadion in Kaiserslautern, die Veltins-Arena in Gelsenkirchen, das Leipziger Zentralstadion sowie das Olympiastadion in Berlin, wo am 9. Juli auch das WM-Finale stattfinden wird. Hier kritisiert das Institut vor allem, dass es "fast keine Fluchtmöglichkeiten auf das Spielfeld" gebe. "Um Spielfläche und Tartanbahn klafft ein fast drei Meter tiefer unüberwindbarer Graben". Bemängelt werden zudem "lange Abgänge im Oberrang" sowie "teilweise ungünstige Fluchtwegführungen von den Logen".
Peter von Löbbecke, Geschäftsführer des Olympiastadions, kritisierte die Stiftung Warentest nach der Veröffentlichung. Im TV-Sender "n-tv" warf den Testern Kommunikationsfehler vor. "Wenn wir die Studie schon vorher zu Gesicht bekommen hätten, würden wir jetzt nicht diskutieren", so Löbbecke. Der Stadionchef schloss sich zudem der Kritik von Franz Beckenbauer an, die dieser zuvor am Gebaren der Stiftung geäußert hatte. "Es gibt nur einen Weltmeister, und das ist die Nörgelei", erklärte Löbbecke.
Auch im Leipziger Zentralstadion könnten sich die Zuschauer kaum auf das Feld Spielfeld retten. "Sie müssten dafür eine 90 Zentimeter hohe Betonmauer überklettern und dann 3,40 Meter tief springen". Den Betreibern der Veltins-Arena rät das Institut, bis zur WM die Lücke zwischen der ausfahrbaren Rasenschublade und der unteren Rangabgrenzung zu schließen.
"Deutliche Mängel" wurden laut Stiftung Warentest im Gottlieb-Daimler-Stadion Stuttgart, im in "Signal Iduna Park" umbenannten Dortmunder Westfalenstadion, in der AOL-Arena Hamburg sowie in der Commerzbank-Arena Frankfurt festgestellt. Gute Noten wurden der Allianz Arena München, dem Rhein-Energie-Stadion Köln, der AWD-Arena Hannover und dem Frankenstadion Nürnberg gegeben. Hier stellte die Stiftung nur "geringe Mängel" fest. In der Allianz-Arena seien dies vor allem die "sehr niedrigen Brüstungen auf dem mittleren Rang". Aber: "Dass es baulich möglich ist, Staudruckrisiken zu reduzieren", würden diese Stadien zeigen.
Die Stiftung Warentest wies zugleich darauf hin, dass alle Kritikpunkte bis zum Beginn der WM (9. Juni) abgestellt werden könnten. Jedoch wehrte sich das Institut dagegen, wenig Zeit für seine Tests aufgewendet zu haben. Die Untersuchungen hätten jeweils "sechs bis acht Stunden" gedauert, erklärte Holger Brackemann, Abteilungsleiter Produkttests bei der Stiftung. Einen Seitenhieb auf das WM-OK konnten sich die Verantwortlichen in der Studie ebenfalls nicht verkneifen. Bei der Sicherheit habe das Organisationskomitee offenbar "nicht das Bestmögliche" getan". Das OK will in einer Pressekonferenz auf die Ergebnisse reagieren. Beginn ist 13 Uhr.
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